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Durch die Annahme eines Künstlernamens hat sich jede Burlesquetänzerin sorgfältig eine Bühnenpersönlichkeit mit einer eigenen Identität geschaffen. Der Künstlername, ein Avatar, ist mit einem sorgfältig ausgesuchten Kostüm mit emblematischen Accessoires, mit perfekt beherrschter Darstellungskunst und Choreografie verbunden. Eine gewisse Form der Ironie und vielleichauch eine Inspiration durch die typischen Pin-Up Posen ist der gemeinsame Nenner. An diesem Punkt kann die Wiederannahme einer Identität, einer Besonderheit stattfinden, die sie von dem zu konventionellen Bild einer Stripperin unterscheidet. In ihrer Fotoserie stellt Katharina Bosse sofort die Frage nach dem Bild der Frauen unter dem Gesichtspunkt der Inversion des Darstellungsprozesses. Dazu stellt sie bewusst jede der Burlesquetänzerinnen außerhalb ihres spektakulären Kontexts da und bevorzugt stattdessen Fotografien bei Tageslicht in einer ganz normalen Umgebung. Das Hervorheben einer Bühnenpersönlichkeit, die dort posiert und in der sich eine doppelte Identität verbirgt, lässt plötzlich die Grenze zwischen Öffentlichkeit und Privatsphäre verwischen. < VORHERIGE SEITE |